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  • Mai 14, 2026
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SoulRoot · Daniela Holzschuh
Ich war so lange so leer

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Ein Boden. Fliesen. Dein eigener Geburtstag. Und das Gefühl, nicht mehr zu können.

Dieser Artikel ist keine Geschichte über Dramatik. Er ist eine Geschichte über das, was passiert, wenn Frauen so lange stark sein müssen, dass sie irgendwann gar nicht mehr wissen, wie es ihnen eigentlich geht.

Ich teile hier meinen eigenen Weg ganz offen und ehrlich mit dir — von der Nacht auf dem Esszimmerboden bis zu dem Punkt, an dem ich verstanden habe, was es wirklich bedeutet, bei sich zu sein.

Nicht als Erfolgsgeschichte, die du bewundern sollst. Sondern als Spiegel.

Du wirst in diesem Artikel lesen, was meinen Körper so lange zum Schreien gebracht hat, warum ich meinen Mann damals von mir gestoßen habe, obwohl er mich liebte — und was sich verändert hat, als ich aufgehört habe, gegen mich zu arbeiten.

Wenn du das Gefühl kennst, nach außen hin alles im Griff zu haben und innen schon längst nicht mehr da zu sein — dann ist dieser Text für dich.

Inhalt
  1. 01 Von Außen betrachtet war alles da — und ich fühlte mich wie im Käfig
  2. 02 Was ich damals nicht benennen konnte
  3. 03 Was mein Körper wusste — und ich nicht hören wollte
  4. 04 Der Abend auf dem Boden
  5. 05 Der Weg — und das, was ich trotzdem lange nicht verstanden habe
  6. 06 Was sich verändert hat — und was heute gilt
  7. 07 Vielleicht kennst du das
 
Von außen betrachtet war alles da — und ich fühlte mich wie im Käfig
Gepflegtes Haus mit Garten, Abendsonne, keine Menschen

Ich war Mitte dreißig. Ich hatte einen Mann, der mich liebte, zwei kleine Kinder, ein eigenes Haus und ein abgeschlossenes Studium.

Das Leben, das man sich wünscht, wenn man jung ist und noch glaubt, dass die äußeren Dinge einen glücklich machen.

Von außen: das perfekte Leben. Von innen: ein Käfig.

Und das Verrückte daran ist: Ich hatte es lange nicht mal so empfunden. Ich habe funktioniert. Habe geliefert. Habe die Dinge organisiert, die organisiert werden mussten.

Das war mein Leben — und gleichzeitig war da immer dieses leise Summen. Ein Gefühl, das ich nicht benennen konnte und deshalb ignoriert habe.

Was ich damals nicht benennen konnte

Ich war überlastet — aber das habe ich so nicht bezeichnet.

Ich war unzufrieden — aber das Gefühl habe ich nicht zugelassen.

Ich war unglücklich – aber das wollte ich nicht sehen.

Ich war innerlich angespannt — und nach außen war das kaum zu sehen.

Das teile ich heute mit sehr vielen Frauen, die zu mir kommen. Wir lernen früh, wie man stark aussieht. Wie man nicht jammert. Wie man weitermacht. Wir werden darin so gut, dass wir irgendwann selbst nicht mehr wissen, wie es uns eigentlich geht. Nicht weil wir lügen. Sondern weil wir uns so lange selbst nicht zugehört haben, dass wir die eigene Sprache verlernt haben.

 
Was mein Körper wusste — und ich nicht hören wollte

Mein Körper hat mir das alles sehr genau gezeigt. Chronische Rückenschmerzen. Reizdarm. Viele Allergien und Unverträglichkeiten. Arthrose vierten Grades in den Knien. Lipödem. Ich war Mitte dreißig.

Und mein einziger Gedanke war immer: Wie werde ich das los? Nie: Was sagt mir das? Das ist ein Unterschied, der alles verändert.

Dein Körper bekämpft dich nicht. Er spricht. Er spricht eine Sprache, die die wenigsten von uns gelernt haben zu lesen. Und solange wir nur die Symptome bekämpfen, anstatt wirklich zuzuhören, bleibt er laut.

Ich habe in dieser Zeit die Gründe für mein Unwohlsein ausschließlich im Außen gesucht. In meiner Beziehung. In den Umständen. In den Rollen, in denen ich mich nicht zuhause fühlte. Was ich damals noch nicht sehen konnte: Ich befand mich in einer tiefen Depression — und hatte keinen Namen dafür. Nur das Gewicht. Die Stille. Das Grau.

Und dann kam ein Gedanke, den ich lange nicht laut ausgesprochen habe: Wenn ich nicht mehr bin, wird es für alle anderen leichter.

Ich teile das, weil ich weiß: Ich bin nicht die einzige. Es gibt Frauen, die nach außen hin alles im Griff haben und innerlich längst nicht mehr da sind. Wenn du das kennst — du brauchst dich dafür nicht zu schämen. Und du musst das nicht allein tragen.

 
Der Abend auf dem Boden
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FOTO-PLATZHALTER
Dunkles Zimmer, Fliesen oder Holzboden in Nahaufnahme. Eine einzelne warme Lichtquelle — Kerze oder Bodenlampe. Kein Gesicht notwendig, die Stimmung trägt das Bild.

Ich hatte mich Wochen vorher von meinem Mann getrennt. Aus damaliger Sicht war er schuld. An meinem Zustand. An allem.

Und dann kam dieser Abend.

Ich weiß nicht einmal mehr, wie alt ich an diesem Geburtstag geworden bin. Ich weiß nur: Irgendwann war ich auf dem Boden. Es hat mich geschüttelt. Ich konnte nicht aufhören. Alles war so hoffnungslos. Grau. Trübe. Schwer.

Und in genau diesem Moment — auf dem Boden, ohne jede Kontrolle — habe ich zum ersten Mal etwas gespürt, das klar war: So wie es gerade ist, kann es nicht weitergehen. Nicht der Verstand hat das entschieden. Nicht der Wille. Sondern etwas viel Tieferes.

„Du bist krank, Dany. Deshalb gehe ich jetzt nicht. Aber wenn du gesund wirst — und dann immer noch willst, dass ich gehe — dann packe ich meine Koffer.“

Mein Mann saß neben mir auf dem Boden. Er ist immer noch da. Seit fast 23 Jahren.

Der Weg — und das, was ich trotzdem lange nicht verstanden habe

Ich habe angefangen hinzuschauen. Nicht in jede Ecke auf einmal. Aber ich habe begonnen, Dinge zu verändern. Und vieles wurde besser. Die Überforderung wurde weniger. Ich wurde ruhiger, geerdeter. Ich habe den Lebensmut wiedergefunden — und mit ihm einen neuen Sinn. Für mein Leben, meinen Weg und das, was aus all dem geworden war.

Meine größte Krise wurde mein stärkster Motor.

Und dann gab es etwas, das ich noch lange nicht verstanden habe. Denn trotz all dieser Veränderungen war ich innerlich immer noch im Kampf. Ich habe gegen Gefühle gearbeitet, die ich nicht haben wollte. Anteile in mir weggedrückt, die mir unangenehm waren. Versucht, mich in den Griff zu bekommen, statt mich wirklich zu verstehen.

Heute sehe ich sehr klar: Ich habe immer noch gegen mich gekämpft. Nur auf eine andere, subtilere Art. Und mein Körper hat mir das gespiegelt. Noch mehr als die Jahre zuvor.

Endometriose kam dazu. Chronische Schmerzen im ganzen Körper, rund um die Uhr. Irgendwann, nach der nächsten OP, nach vielen weiteren Jahren, wurde mir etwas klar: Es geht nicht darum, das Außen zu verändern. Und auch nicht darum, ständig an sich zu arbeiten. Es geht darum, wie ich in diesen Momenten mit mir selbst umgehe.

📷 FOTO-PLATZHALTER
Frau allein in der Natur — Spaziergang auf Waldweg oder Feld, goldenes Herbstlicht oder frühe Morgenstunden. Rücken zur Kamera oder Halbprofil. Ruhig in Bewegung, nicht traurig.
Was sich verändert hat — und was heute gilt

Ab diesem Punkt hat sich für mich so viel verändert. Mein Körper wurde ruhiger. Die Symptome besserten sich. Ich habe schmerzfreie Tage, manchmal Wochen. Alles ist in Heilung — und das spüre ich sehr deutlich.

Heute gilt: Wenn ich mich selbst übergehe, nicht auf meinen Körper höre, dann zeigt er mir sehr schnell, wo der Hammer hängt. Er ist mein ehrlichster Spiegel.

Heute kenne ich meine Bedürfnisse. Ich vertraue meinem Körper — und lerne immer noch dazu. Ich kann zu mir und meiner Meinung stehen. Ich kann tagelang alles liegenlassen, wenn ich das brauche. Ich priorisiere mich — und dann erst alle anderen. Das war mir früher undenkbar.

Vielleicht kennst du das

Vielleicht erkennst du dich in Teilen dieser Geschichte wieder. Vielleicht nicht in der Dramatik. Aber in dem Gefühl.

In diesem stillen, manchmal kaum greifbaren Gefühl: Du funktionierst. Du lieferst. Du bist stark. Aber da drinnen — irgendetwas stimmt nicht. Etwas fehlt. Oder etwas wartet.

Das ist kein Versagen. Das ist eine Einladung.

Daniela

Lebst du gerade wirklich —
oder funktionierst du nur?

Wenn du wissen möchtest, ob dein Körper dir gerade etwas sagt, das du vielleicht noch nicht gehört hast — dann habe ich etwas für dich.

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