HomeUncategorizedDein Körper ist nicht dein Feind

Dein Körper ist nicht dein Feind

  • By
  • Februar 3, 2026
  • No Comments

Dein Körper ist nicht dein Feind

Warum Symptome kein Zeichen von Schwäche sind, sondern ein Versuch deines Systems, dich zu schützen

Die Inhalte dieses Blogartikels

Ein stiller Einstieg, bevor wir etwas erklären

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dass du innerlich schon im Widerstand und am Limit bist, bevor der Tag überhaupt begonnen hat.

Nicht unbedingt, weil etwas Akutes passiert, sondern weil dein Körper sich anfühlt wie ein zusätzliches Problem, das du noch mit managen musst.

  • Müdigkeit,
  • Spannung,
  • Unruhe,
  • Schmerzen

Irgendetwas ist immer da, und du versuchst, damit klarzukommen, ohne dass es jemand merkt.

Mir ging das Jahrzehnte so, ebenso wie vielen anderen Frauen.

Wir sind kompetent, zuverlässig, stark.

Wir tragen Verantwortung und halten den Alltag zusammen.

Und gerade weil wir immer so gut funktionieren, fällt lange nicht auf, wie viel Kraft es kostet, den eigenen Körper gleichzeitig zu übergehen.

Irgendwann passiert dann etwas, das schwer in Worte zu fassen ist:

Es ist nicht nur die Erschöpfung. Es ist dieses Gefühl, dass du dich selbst in diesem ständigen Durchhalten ein Stück weit verlierst.

Wenn du das kennst, dann ist dieser Text für dich.

Nicht als Diagnose, nicht als Anleitung, nicht als Versprechen.

Sondern als Einladung, den Blick zu verändern.

Weg vom Bekämpfen.
Hin zum Verstehen.
Hin zu einer Orientierung, die nicht noch mehr Druck macht, sondern ein bisschen Entlastung möglich werden lässt.

Wenn der Körper zum Gegner wird

Der innere Kampf gegen den eigenen Körper beginnt oft leise.

Am Anfang sind es vielleicht Gedanken wie:
Das darf jetzt nicht sein.“ Oder: „Ich muss trotzdem funktionieren.“
Du schiebst Müdigkeit weg, überspielst Schmerzen, ignorierst Spannung, weil gerade keine Zeit ist.
Und manchmal ist dieses Übergehen sogar notwendig, weil der Alltag sich nicht einfach pausieren lässt.

Doch wenn dieser Zustand zum Dauerzustand wird, entsteht etwas Zermürbendes. Der Körper wird nicht mehr als Heimat erlebt, sondern als Hindernis. Er bremst, er stört, er macht Probleme. Und wenn man lange genug so denkt, richtet sich die Enttäuschung irgendwann nicht mehr nur gegen den Körper, sondern gegen einen selbst. Dann wird aus „Ich habe Symptome“ ein Gefühl von „Mit mir stimmt etwas nicht“.

Diese innere Härte ist verständlich. Sie ist ein Versuch, Kontrolle zu behalten. Denn wenn der Körper unberechenbar wirkt, fühlt sich Kontrolle wie Sicherheit an. Gleichzeitig ist genau diese Kontrolle oft das, was das Nervensystem in der Alarmbereitschaft hält. Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil dein System gelernt hat, dass Anspannung nötig ist, um durchzukommen.

Symptome entstehen nicht, weil du versagt hast

Auch für mich kam dieses Verstehen nicht aus dem Kopf, sondern erst aus einem sehr konkreten körperlichen Moment.
Nicht aus Wissen, sondern aus Erfahrung.

Ein Gedanke, der für viele Frauen eine spürbare Entlastung bringt, ist dieser: Symptome entstehen nicht, weil du versagt hast. Sie entstehen, weil dein System lange getragen hat. Weil es gehalten hat, was zu schwer war. Weil es ausgehalten hat, was eigentlich nach Entlastung gerufen hätte.

Dein Nervensystem ist nicht gegen dich. Es ist für dich. Es hat eine Aufgabe, die älter ist als jedes moderne Leben: dich zu schützen. Es reagiert auf Gefahr, auf Überforderung, auf dauerhafte Unsicherheit – nicht nur auf die großen, sichtbaren Ereignisse, sondern auch auf die kleinen, wiederkehrenden Belastungen, die sich über Monate und Jahre summieren.

Wenn du also Symptome erlebst, bedeutet das nicht automatisch, dass etwas kaputt ist. Es bedeutet sehr oft, dass dein System zu lange alleine war mit dem, was es verarbeiten musste. Es bedeutet, dass dein Körper versucht, etwas auszugleichen. Dass er kommuniziert. Und dass er vielleicht schon lange signalisiert, dass es nicht mehr „einfach so weiter“ gehen kann.

Dein Nervensystem lernt aus Erfahrung, nicht aus Vorsätzen

Kennst du solche oder ähnliche Gedanken aus deinem Leben? Ich kenne sie und bei meiner Arbeit begegnen sie mir täglich:  „Ich weiß doch eigentlich, dass ich mich entspannen sollte.“ Oder: „Ich weiß doch, dass es mir guttun würde, loszulassen.“ Und trotzdem klappt es nicht. Dann entsteht schnell das Gefühl, man würde scheitern, weil man sich nicht genug anstrengt oder nicht diszipliniert genug ist.
Doch hier liegt ein Missverständnis: Dein Nervensystem folgt nicht deinen Vorsätzen. Es folgt deiner erlebten Sicherheit. Es lernt nicht aus Worten, sondern aus Erfahrungen. Wenn dein System über lange Zeit gelernt hat, dass Wachsamkeit nötig ist, um zurechtzukommen, dann ist Loslassen nicht einfach eine Entscheidung. Es ist ein Zustand, der erst wieder möglich wird, wenn dein Körper Sicherheit erlebt.

Darum ist es so wichtig, die Scham aus diesem Thema herauszunehmen. Es geht nicht darum, dass du „zu schwach“ bist, um dich zu entspannen. Es geht darum, dass dein System gute Gründe hatte, angespannt zu bleiben. Und solange diese Gründe innerlich noch aktiv sind, fühlt sich Entspannung nicht wie Erholung an, sondern wie Kontrollverlust.

Das ist keine Charaktersache. Das ist Biologie.

Warum der Körper oft lauter wird, wenn es ruhiger wird

Es gibt etwas, das viele Frauen irritiert: Symptome werden nicht selten dann spürbarer, wenn es im Außen ruhiger wird. Im Urlaub. Am Wochenende. Nach einer anstrengenden Phase, wenn eigentlich Erleichterung da sein müsste.
Stattdessen kommt Unruhe. Oder Schmerz. Oder emotionale Wellen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen.

Auch das ist kein Zeichen dafür, dass dein Körper „dich ärgern“ will. Oft passiert hier etwas sehr Logisches: Solange du funktionieren musst, hält dein System zusammen. Es zieht durch, es kompensiert, es stellt die Bedürfnisse hinten an, weil es gerade nicht anders geht. Erst wenn der äußere Druck nachlässt, entsteht Raum für Wahrnehmung. Raum dafür, dass der Körper zeigt, was er lange getragen hat.

Man könnte sagen: Dein System holt nach. Nicht, weil du zurückfällst, sondern weil es zum ersten Mal einen Moment von Sicherheit wittert. In diesem Moment versucht es, Spannung zu entladen oder überhaupt erst fühlbar zu machen, was zuvor weggedrückt werden musste.


Wenn du das bei dir beobachtest, darfst du das als wichtigen Hinweis sehen: Dein Körper reagiert nicht „falsch“. Er reagiert ehrlich. Und er reagiert so, wie ein System reagiert, das lange zu viel getragen hat.

 

Dein Körper spricht nicht, um dich zu sabotieren, sondern um dich zu schützen

Der Satz „Dein Körper ist nicht dein Feind“ klingt für manche Frauen zunächst wie eine nette Idee, die sich aber nicht wahr anfühlt.
Denn wenn man Schmerzen hat, wenn man erschöpft ist, wenn man sich im eigenen Körper nicht mehr zuhause fühlt, ist es schwer, freundlich auf das zu schauen, was einen belastet.

Und trotzdem lohnt sich diese Umdeutung. Nicht als Schönreden, sondern als realistische Perspektive: Symptome sind sehr oft Schutz. Der Körper spricht nicht, um dich zu sabotieren. Er spricht, weil er dich schützen will.

  • Manchmal sind Symptome wie eine Notbremse.
  • Manchmal wie ein Warnsignal.
  • Manchmal wie eine Sprache, die sagt: „So geht es nicht weiter.“

Wenn du beginnst, Symptome als Kommunikation zu betrachten, verändert sich der innere Ton. Dann entsteht ein wenig Abstand zu dem Gedanken, dass du „falsch“ bist. Und dieser Abstand ist wichtig. Denn solange Scham und Kampf den Raum füllen, bleibt das Nervensystem in Spannung.

Verstehen hingegen schafft Spielraum.
Nicht sofort Lösung, aber Orientierung.
Nicht sofort Heilung, aber Entlastung.

Wenn du dich selbst verloren hast, liegt es oft nicht an fehlender Stärke

Viele Frauen, die im Funktionsmodus leben, erzählen irgendwann von einem Gefühl, das tiefer geht als Stress.
Sie sagen: „Ich erkenne mich nicht mehr.“ Oder: „Ich bin irgendwie weg von mir.“ Das ist kein dramatischer Satz, sondern oft eine stille Wahrheit.

Dieses Verlorensein hat selten damit zu tun, dass jemand nicht stark genug war. Es hat vielmehr damit zu tun, dass Stärke über lange Zeit mit Übergehen verwechselt wurde. Man hat weitergemacht, obwohl man müde war. Man hat durchgehalten, obwohl man eigentlich Halt gebraucht hätte. Man hat sich angepasst, um keine Last zu sein. Und irgendwann ist der Kontakt zu den eigenen inneren Signalen so leise geworden, dass man sich selbst kaum noch hört.

Wenn du das kennst, darfst du wissen: Das ist nicht dein persönliches Versagen. Es ist eine verständliche Folge davon, dass dein System lange auf Überleben gestellt war. Und genau deshalb beginnt Veränderung nicht mit einem neuen Plan, sondern mit einer neuen Beziehung zu dir selbst.

Verstehen statt Bekämpfen ist der erste Wendepunkt

Es gibt einen Punkt, an dem sich etwas verschiebt, ohne dass äußerlich sofort alles anders wird. Dieser Punkt ist oft nicht spektakulär. Er ist eher still. Aber er ist entscheidend. Es ist der Moment, in dem du innerlich aufhörst, gegen dich zu kämpfen, und beginnst, dich ernst zu nehmen.

Das bedeutet nicht, dass du Symptome „mögen“ musst. Es bedeutet auch nicht, dass du sofort weißt, was sie bedeuten. Es bedeutet vor allem, dass du nicht mehr automatisch in die Bewertung rutschst: „Das darf nicht sein.“ Oder: „Ich muss das wegkriegen.“

Stattdessen entsteht eine Frage, die weicher ist und gleichzeitig kraftvoller: „Was will mein System mir zeigen? Was brauche ich gerade wirklich?“

Diese Haltung ist keine Technik. Sie ist ein inneres Ausrichten. Und sie ist oft der Anfang von echter Entlastung.

Kleine Schritte, die dein System als sicher erlebt

Viele wünschen sich an dieser Stelle klare Schritte. Ein konkretes Programm, eine Methode, eine Abfolge. Und manchmal ist Struktur hilfreich. Doch genauso wichtig ist es, dass dein Nervensystem nicht wieder unter Druck gerät, „etwas richtig machen“ zu müssen.

Darum geht es bei ersten Schritten weniger um „tun“ und mehr um „begegnen“. Es geht darum, wieder Kontakt aufzunehmen, ohne zu überfordern. Vielleicht heißt das, dass du einmal am Tag kurz innehältst und bemerkst, wie dein Körper sich gerade anfühlt, ohne sofort zu reagieren. Vielleicht heißt es, dass du aufhörst, dich innerlich anzutreiben, wenn Müdigkeit auftaucht, und stattdessen für einen Moment anerkennst: „Ja, da ist Müdigkeit.“

Das wirkt klein. Und genau darin liegt seine Kraft. Dein Nervensystem beruhigt sich nicht durch große Erkenntnisse, sondern durch wiederholte Erfahrungen von Sicherheit. Durch kleine Momente, in denen du dir selbst signalisierst: „Ich bin da. Ich höre zu. Ich gehe nicht weg.“

Ein Reflexionsraum für diese Woche

Wenn du magst, nimm dir einen Moment, in dem du nicht sofort weiter musst. Vielleicht mit einer Tasse Tee, vielleicht am Fenster, vielleicht einfach auf dem Sofa. Und dann lass eine dieser Fragen in dir arbeiten, ohne sie beantworten zu müssen:

Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn ich aufhören würde, gegen meinen Körper zu kämpfen?

Und wenn du tiefer gehen möchtest, könnte auch diese Frage etwas öffnen:

Was glaube ich zu verlieren, wenn ich nicht mehr funktioniere, sondern beginne, mich zu spüren?

Manchmal kommen auf solche Fragen keine klaren Antworten. Manchmal kommt ein Gefühl. Ein Widerstand. Ein Seufzen. Auch das zählt. Denn Orientierung beginnt nicht im Kopf, sondern dort, wo du wahrnimmst, was in dir gerade wahr ist.

Zum Schluss: Dein Körper ist nicht kaputt

Vielleicht ist das Wichtigste, was du aus diesem Text mitnimmst, kein neues Wissen – sondern eine neue innere Haltung.

Dein Körper ist nicht kaputt.
Er ist nicht gegen dich.
Er hat lange getragen, was zu viel war.

Wenn du beginnst, Symptome nicht mehr als Gegner zu betrachten, sondern als Hinweis, verändert sich etwas.
Nicht sofort.
Nicht spektakulär.
Aber spürbar.

Veränderung beginnt oft nicht dort, wo wir etwas tun,
sondern dort, wo wir aufhören, uns selbst zu übergehen.

Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, findest du in meinen weiteren Blogartikeln zusätzliche Perspektiven und Vertiefungen rund um Nervensystem, Funktionieren und Selbstverbindung.
Manche Texte erklären, andere begleiten – nimm dir das, was sich gerade stimmig anfühlt.

Wenn du spürst, dass du dir eine intensivere, gehaltene Begleitung wünschst, findest du auf meiner Website auch Informationen zu meinen Programmen und Erfahrungsräumen. Nicht als nächsten Schritt, den du gehen musst – sondern als Möglichkeit, wenn du merkst, dass du diesen Weg nicht allein gehen möchtest.

Für kleine Impulse zur Regulation im Alltag, für Worte, die dich erinnern, und für ehrliche Einblicke findest du mich auch auf Instagram und Facebook.
Dort teile ich regelmäßig Gedanken, die nicht antreiben, sondern einladen, wieder bei dir anzukommen.

Geh in deinem Tempo.
Dein Körper kennt den Weg.

Tags:

Teile:

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Related Post